Bremer Klaben
Ein traditionsreiches Wintergebäck

Rezept | 13. Dezember 2020

Was in anderen Regionen Deutschlands der Christstollen ist, ist hier in Bremen der Bremer Klaben. Ab Mitte/Ende November bekommt man das saftige Früchtebrot in vielen Bremer Bäckereien – in manchen sogar das ganze Jahr über. Anders als sein Dresdener Verwandter, zeichnet sich der Klaben vor allem durch seinen besonders hohen Frucht-(und Fett-)anteil aus: Auf 1 kg des Teigs kommen fast genauso viele Früchte. Zudem wird er nach dem Backen nicht gebuttert und mit Puderzucker bestreut.

Woher der Klaben oder Klaven seinen Namen hat, ist nicht abschließend geklärt. Naheliegend ist jedoch die Abstammung vom niederdeutschen Wort „Klöben“, welches so viel wie groß oder inhaltsreich bedeutet. Übrigens dürfen sich nur Klaben, die in Bremen und umzu hergestellt wurden als Bremer Klaben bezeichnen.

Erstmals wurde der „Bremer Klavenbecker“ 1593 in den Dokumenten des Bremer Rats erwähnt. Damals war er dank seiner guten Haltbarkeit ein beliebtes Gebäck für lange Seefahrten. Die vergleichsweise exotischen Zutaten wie Kardamom und Zitrusfrüchte verdankte man dem regen Handel und Warenaustausch mit anderen Hansestädten.

Veganer Bremer Klaben

Traditionell beginnt die Produktion der Klaben in der Zeit nach dem Freimarkt. Die ersten Klaben werden Mitte November in einer Zeremonie von der Bremer Bäckerinnung auf dem Marktplatz angeschnitten und damit die Klabenzeit eingeläutet.

Bevor er gegessen wird, sollte er einige Tage – manche empfehlen sogar ein bis zwei Wochen – ruhen, damit er gut durchziehen kann. Ich muss aber an dieser Stelle gestehen, dass der Klaben bei mir gar nicht so lange überlebt – und er schmeckt auch kurz nach dem Abkühlen super lecker!

Anders als der Dresdener Christstollen, wird der Bremer Klaben nicht unbedingt pur gegessen, sondern kann mit ordentlich Butter bzw. Margarine oder Marmelade bestrichen werden. Manche belegen ihn auch mit herzhaftem Aufschnitt oder benutzen den Klaben wiederum selbst als Belag auf einer Scheibe Schwarzbrot mit Butter. Dazu einen Kaffee oder Tee, eine Kerze, eine dicke Kuscheldecke und ein schönen Schmöker und ihr habt den perfekten norddeutschen Adventsabend.

Scheiben von veganem Bremer Klaben mit Butter

Bei meiner Recherche zu diesem Rezept habe ich festgestellt, dass es das eine Klaben-Rezept gar nicht gibt. Zwar sind sie in ihrer Grundzusammensetzung ähnlich, variieren im Detail aber doch etwas. So legen manche die Rosinen vorher über Nacht in Rum ein, während andere sie pur zum Teig geben. Einige nutzen gehackte Mandeln, bei anderen kommen die Mandeln in gemahlener Form zum Teig. In vielen Rezepten wird ausschließlich Zitronat verwendet, während in anderen auch Orangeat zum Einsatz kommt. Auch mit geriebenen Zitronenschalen, Zitronensaft oder Vanille wird der Klaben gelegentlich ergänzt.

Ich würde euch übrigens empfehlen, das Zitronat bzw. Orangeat selbst herzustellen. Das ist zwar mit etwas mehr Aufwand verbunden, schmeckt für mich aber um Längen besser, als das glibberige, künstlich schmeckende Zuckerzeug aus dem Supermarkt.

Die traditionelle Backform für den Klaben ist eine lange, breite Kastenform (ggf. mit Deckel). Viele von euch werden eine solche Form vermutlich nicht zuhause haben, daher könnt ihr den Laib auch einfach mit den Händen formen. Dann bekommt er zwar nicht die typische, kastige Form, schmeckt aber natürlich trotzdem.


Zutaten
für 1 Klaben

  • 500 g Mehl
  • 50 g Zucker
  • 1 Würfel frische Hefe
  • 75 ml Pflanzendrink (z.B. Mandel, Hafer)
  • 250 g vegane Butter/Margarine, weich
  • 1/2 gestr. TL Kardamom, gemahlen
  • 1/2 TL Salz
  • 60 g Zitronat (oder ca. 1/3 durch Orangeat ersetzen)
  • 60 g gehackte Mandeln
  • 375 g Rosinen
  • 2 cl Rum (optional)

So geht‘s
Zubereitungszeit: ca. 120 Minuten

1. Die Rosinen waschen, gut abtropfen lassen und optional über Nacht (min. 12 Stunden) in Rum einlegen.
375 g Rosinen, 2 cl Rum (optional)

2. Für den Vorteig die Milch erwärmen, die Hefe hineinbröseln, mit 1/2 TL des Zuckers vermengen und gehen lassen, bis die Mischung schäumt.
75 ml Pflanzendrink, 1,5 Würfel Hefe, 1/2 TL Zucker

3. Das Mehl mit Salz und dem restlichen Zucker mischen und zur Hälfte mit der Margarine und der Hefemischung vermengen. Für 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.
500 g Mehl, 50 g Zucker, 250 g Margarine

4. Anschließend das restliche Mehl hinzugeben und ca. 5 Minuten durchkneten bis ein glatter Teig entsteht, der sich vom Rand der sich leicht Schüssel lösen lässt. Nun die Rosinen, das Zitronat, die Mandel und den Kardamom unterheben.
Rosinen, 60 g Zitronat, 60 g gehackte Mandeln, 1/2 gestr. TL Kardamom

5. Den Teig in eine flache, breite und gut eingefettete Kastenform geben (oder, falls ihr wie ich so etwas nicht habt, einfach mit den Händen zu einem Laib formen) und mit einem Tuch abgedeckt erneut 30 Minuten gehen lassen.

6. Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen und den Klaben etwa 40 Minuten backen. Dabei darauf achten, dass die Rosinen nicht anbrennen.

Veganer Bremer Klaben

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